Kundenempfehlung

Die Liebe im Ernstfall
von Daniela Krien
Diogenes, gebundene Ausgabe, 22 €
288 Seiten
ISBN: 978-3257070538

Die Sprache der Autorin ist analytisch sehr genau in der Darstellung... der Autorin gelingt es gut, lebendige Menschen der Gegenwart im Zustand der Liebe zu zeigen... das ist ein Kontrast zu den gewöhnlich überwiegend „romantisch“ wahrgenommen besprochenen gelebten Beziehungen zwischen Liebenden.
Die „Romantik“ in Liebesbeziehungen ist meiner Meinung nach bloß noch ein „Konzept“ zum Verkauf von opulenten Hochzeitsausstattungen nicht jedoch für Liebesbeziehungen der Gegenwart.
Die „Romantik“ übt enormen Druck auf Paare insbesondere jedoch auf Frauen aus ... gut, dass sie samt der Rosen auf dem Kompost landet.

Ralph Patzig

Harris und ich

Ich bin auf das Buch durch eine Buchempfehlung in der Zeitung aufmerksam geworden, es wurde dort aber nicht ausführlich besprochen. Der Name des amerikanischen Kinder- und Jugendbuchautors Gary Paulsen sagte mir nichts. Ich dachte aber trotzdem, es könnte ein Ferienbuch für meinen Sohn (9) und mich sein. Und das wurde es: eins der besten Kinderbücher, das wir zusammen gelesen haben, obwohl es vielleicht eher in sein nächstes oder übernächstes Lebensjahr gepasst hätte. Doch dann wäre ich vielleicht als Vorleser schon nicht mehr gefragt gewesen und hätte selber nichts davon gehabt. Die Geschichte spielt auf einem abgelegenen Bauernhof in den USA der 1950er Jahre. Ein Junge wird für einen Sommer dorthin verschickt, zu entfernten Verwandten, die alle interessante Charaktere sind, vor allem der etwas jüngere Cousin Harris. Jedes Kapitel ein Abenteuer, das sich aus dessen verrückten Ideen ergibt. Und das ist dann wirklich, wie es hinten auf dem Umschlag steht, oft „zum lauten Loslachen“. Aber ein lustiges Buch zu sein reicht nicht aus, um zu einem richtig guten Buch zu werden, finde ich. Das machen erst die Komposition der Geschichten und die Identifikation mit dem selbstironischen Protagonisten. Man wird beim Lesen im Handumdrehen zu dem „ich“ aus dem Titel und so schafft es das Buch, dass man nach 12 Kapiteln den Abschied vom Hof, aus den Ferien und von dem erzählten Sommer genauso traurig findet wie „Harris und ich“ es auf den ziemlich ergreifenden letzten Seiten tun.

Joachim Scholz

Machandel
von Regina Scheer
Penguin TB Verlag, 11 €
496 Seiten
ISBN: 978-3-328-10024-9

„Machandel“ von Regina Scheer – ein Buch, das man gelesen haben muss!
Die Autorin erzählt einfühlsam, leise und voller Sympathie die Geschichte eines fiktiven, mecklenburgischen Dorfes, indem sie das Schicksal der Bewohner etwa von der Mitte des letzten Jahrhunderts bis in die Gegenwart aufspürt und feinsinnig darstellt.
Dass Krieg immer Lebenspläne zerstört und trotzdem gute, ehrliche Charaktere daraus hervorgingen, wird deutlich.
Aber auch die Kleingeister und Verräter werden bloßgestellt.
Ein großes Lesevergnügen und Zeitbild allemal!

Marion Bock

84, Charing Cross Road
von Helene Hanff

Dieses Buch gehört zu den wenigen, die ich seit Jahren immer mal wieder lese - einfach, weil sie mich glücklich machen. Wer sich für Literatur begeistert, trockenen Humor mag, Selbstironie und eine Prise Schnoddrigkeit mit viel Herzlichkeit, der wird an diesem Buch viel Freude haben.
Man bekommt Lust, selbst all die Bücher zu lesen, von denen sie schreibt, weil ihrer Begeisterung so ansteckend ist. Und ganz nebebei überträgt sich eine wunderbare Haltung der Erdung und Dankbarkeit und wenn man zuklappt, ist es unglaublich schade, dass das Buch schon zu Ende ist. Aber zum Glück gibt es eine Fortsetzung, "Die Herzogin der Bloomsbury Street", die mindestens ebenso gut ist.

Viel Spaß beim Lesen!
St. Baumgart, Falkensee